Die Klimapolitik der EU: Ist die Umwelt zukünftiger Generationen verhandelbar?

Der Vortrag fand am Donnerstag den 10. Januar 2019 im Hörsaal H2 der Universität Regensburg statt.

Susanne Dröge ist ehemalige Leiterin der Forschungsgruppe „Globale Fragen“ bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Sie hat uns mit ihrem Vortrag einen Einblick in die EU-Klimapolitik gewährt und aufzeigt, wie bspw. Klima- und Handelspolitik verknüpft werden sollten.

Ein Bericht über die Veranstaltung finden Sie hier als PDF.

0, 0.5, 1, 1.5, 2 – seit dem 19. Jahrhundert etwa zeichnen Messungen die globale Durchschnittstemperatur auf und dokumentieren: Seit der Industrialisierung nimmt die globale Erwärmung rasant zu. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sah zunächst vor, den Temperaturanstieg bei 2 Grad im Verhältnis zum vorindustriellen Mittelwert zu stoppen. Die Zahlen wirken klein, die kleinste Erhöhung der Nachkommastelle wirkt jedoch verheerend: die ursprüngliche Begrenzung wurde durch die Formulierung „möglichst auf 1,5 Grad“ ergänzt – zwischen 1,5 und 2 liegen wortwörtlich zwei Welten. Doch die Zeit tickt. Bereits vor dem Klimagipfel in Paris 2015 warnte der damals amtierende US-Präsident Barack Obama: „Wir sind die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel tun kann.“ Doch jüngste Veränderungen zeigen in die Gegenrichtung: Im August 2018 verkündete US-Präsident Donald Trump den Rücktritt der USA aus dem Pariser Vertrag; erst kürzlich wiesen Forscher erstmals Mikroplastik im menschlichen Körper nach; in der EU-Umweltpolitik ist es gerade Deutschland, das durch verfehlte C02-Emissions-Ziele und den Dieselskandal negativ auffällt. Die Zeit tickt – umso wichtiger ist es, die Rolle der EU in der internationalen Klimapolitik eingehend zu betrachten.